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Coolibri
Gastro-Tipp | März 2006
Kochen wie in einem U-Boot
Das Restaurant Lido schützt sich mit einem Stahltor vor dem Hochwasser
Es ist nass kalt und windig, und der Regen plätschert unaufhaltsam seit Tagen schon. "Bei 4,19 Meter ist die Terrasse überflutet", sagt Marc Büllesbach von Capricorn mit Blick auf den Rhein. Mulmig kann es einem werden, denn nur noch wenige Zentimeter und die Köche, die im unteren Teil des Gastronomietempels arbeiten, bekommen nasse Füße. Deshalb muss die Küche vor den Rheinfluten geschützt werden mit einem Hochwasserschutztor.
Drei Tonnen wiegt die 3,50 mal vier Meter hohe Stahlkonstruktion, die mechanisch bewegt wird. Mit 18 dicken Schrauben wird sie zusätzlich gesichert. "Die Größe ist M30, die Schrauben werden in der Schifffahrt verwendet", sagt Büllesbach.
Mittags ist es dann soweit, das Tor muss geschlossen werden. Elwis hat der Mannschaft die Daten übermittelt, dass der Rhein in Düsseldorf am Sonntag bis auf 4,30 Meter steigen wird. Elwis, das ist das Elektronische Wasserstraßeninformationssystem des Bundes, das exakte Hochwasserdaten anzeigt. In der Küche, direkt neben der Glastür zur Terrasse, hängt immer ein Ausdruck mit den neusten Pegelständen. Daneben hängt der Werkzeugkasten, den Techniker Peter Uhr extra für das Tor angefertigt hat. Ob das Tor wirklich dicht ist, wird sich noch zeigen. Es gibt noch eine Vorsichtsmaßnahme, eine Art Wanne, in die das Wasser laufen kann und wieder ausgepumpt wird. "Der Wasserdruck ist ja zum Glück nicht so hoch", beruhigt Capricorn Geschäftsführer Robertino Wild. Die nächsten Tage sind etwas besonderes für die zehn Köche, denn sie brutzeln, braten und kochen wie in einem U Boot im Rheinwasser. Vielleicht haben sie ja Glück und es schwimmen ein paar Fische an den Fenstern vorbei oder sogar eine Meerjungfrau.
Foto: Peter Uhr verschraubt das Hochwassertor am Lido.
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